Neue Hochspannungstrasse für Windstrom (14.07.2010)


Mit dem weiteren Ausbau des Hochspannungsnetzes im Raum Pasewalk-Prenzlau schafft E.ON edis Voraussetzungen zur Einspeisung regenerativ erzeugter elektrischer Energie und stärkt gleichzeitig die energetische Infrastruktur der Region.

Mit einem 110-kV-Leitungsneubau von über 25 Kilometer Länge zwischen den Städten Prenzlau und Pasewalk setzt E.ON edis die umfangreichen Netzausbaumaßnahmen und Modernisierungen im nordöstlichen Netzgebiet fort.
Die neue Hochspannungstrasse verläuft parallel zu der bereits seit den 1980er Jahren in Betrieb befindlichen Leitung mit zwei Leitungssystemen. Zwei weitere Systeme wurden durch den rasanten Ausbau der regenerativen Erzeugungskapazitäten in der Region notwendig.

Die bestehende Leitung ist seit einigen Jahren wegen der hohen Einspeiseleistung, insbesondere durch die Vielzahl an Windenergieanlagen, hinsichtlich ihrer Übertragungskapazität komplett ausgelastet. Auch der verstärkte Ausbau der Biomassekraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) und Photovoltaikanlagen in der Region Uckermark beansprucht die Netzkapazität in steigendem Maße. Übergangsweise wurde mit einem sogenannten Netzsicherheitssystem die Situation überbrückt. Steigt die Erzeugung bei optimaler Windlage Richtung Maximum, müssen Einspeiser ihre Leistung drosseln.

Die bestehende 110-kV-Trasse wird für die neue Leitung entsprechend verbreitert. Es werden insgesamt 88 neue Maste errichtet. Lediglich an drei kurzen Abschnitten müssen die technischen und optischen Nachteile von wesentlichen höheren Masten für vier Leitungssysteme auf einem gemeinsamen Mast in Kauf genommen werden. So beispielsweise in unmittelbarer Nähe der Gemeinde Tornow, wo wegen der Bebauungssituation eine Verbreiterung der Trasse nicht möglich ist.

In den Umspannwerken Prenzlau und Pasewalk, den jeweiligen Anfangs- bzw. Endpunkten der beiden neuen Systeme, werden neue Schaltfelder errichtet. Insgesamt investiert die E.ON edis AG ca. 7,5 Mio. Euro. Anders als bei der Vergütung des regenerativ erzeugten Stroms, dessen Mehrkosten entsprechend Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) solidarisch auf alle Energieverbraucher verteilt werden, trägt der jeweilige Netzbetreiber die Kosten des Netzausbaus für den Abtransport des Stroms.
 
Die E.ON edis AG betreibt in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf einer Fläche von 36.000 km² ein ca. 80.000 Kilometer langes Stromleitungsnetz. Hinzu kommen im östlichen Landesteil MVP und Nordbrandenburg 4.200 km Gasleitungen.

Mit diesem Vorhaben, das Bestandteil des langfristigen Neu- und Ersatzbauprogramms der E.ON edis AG ist, investiert das Unternehmen in die sichere und zuverlässige Stromversorgung Mecklenburg-Vorpommerns. Derzeit bestehende Netzengpässe werden aufgelöst. Das Netzsicherheitssystem, das punktuell zu Abschaltungen von regenerativen Erzeugungsanlagen führte, wird aufgehoben. Es werden weitere Kapazitäten zur Einspeisung regenerativer Energien geschaffen. Diese entstehen u. a. in den kommenden Jahren durch das sogenannte Repowering, dem Austausch älterer Windenergieanlagen durch neue, modernere und vor allem wesentlich leistungsfähigere Anlagen.

Das Engagement des Unternehmens hat noch einen weiteren bedeutenden Effekt. Es sichert Arbeitsplätze. Rund drei Viertel der Investitionssumme sind Bauleistungen, die von Firmen aus Deutschland erbracht werden.