E.ON edis nimmt neue Stromversorgung für Torgelow in Betrieb (20.12.2007)

Ein komplexes, zeitlich anspruchsvolles und zugleich eines der größten und bedeutendsten Investitionsvorhaben der E.ON edis AG des zu Ende gehenden Jahres 2007 wurde kurz vor dem Jahreswechsel fertig gestellt. Torgelow und Umgebung werden ab sofort über eine neue 110.00-Volt-Leitung einschl. Umspannwerk elektrisch versorgt.

Am Donnerstag, den 20. Dezember 2007, herrschte auf dem Gelände des neuen Umspannwerkes Torgelow ein letztes Mal emsiges Treiben. Torgelows Bürgermeister Ralf Gottschalk, Eisengießerei-Chef Hermann-Josef Taterra, E.ON edis Netzvorstand Hans Hellmuth und weitere Gäste aus Politik und Wirtschaft nahmen mit einem feierlichen Akt die neue 110.000-Volt-Stromversorgung Torgelow in Betrieb.
Die E.ON edis AG errichtete in den vergangenen 2 Jahren eine 6,5 Kilometer lange 110-Kilovolt(kV)- Freileitung sowie in der Stadt Torgelow ein Umspannwerk und investierte dafür über 6,1 Mio. Euro. 25 Stahlgittermaste für zwei elektrische Transportsysteme und ein Erdseil mit Lichtwellenleitern im Kern für die Übertragung von Informationen, u.a. für die zukünftige Fernsteuerung des Umspannwerkes, wurden aufgebaut. Am Ende der Hochspannungsfreileitung arbeiten zwei Transformatoren modernster Bauart, die je 31,5 MW elektrische Leistung übertragen können.

Bisher verlief die Hochspannungstrasse von Pasewalk über Eggesin nach Ueckermünde und damit an der Stadt Torgelow vorbei. Die Stromversorgung Torgelows wurde über verschiedene Mittelspannungsleitungen, so z. B. aus dem 10 Kilometer entfernten Umspannwerk Eggesin, sichergestellt. Der enorme elektrische Leistungszuwachs, der in erster Linie aus der Expansion der Eisengießerei Torgelow resultiert, erforderte eine grundsätzlich neue technische Lösung. Die bisherige elektrische Leistung stieg allein in diesem Jahr um 50 Prozent. Perspektivisch könnte das Drei- bis Vierfache des heutigen Leistungsbedarfes benötigt werden. Der Ausbau des bisherigen Mittelspannungsnetzes für den erwarteten Leistungsbedarf wäre weder wirtschaftlich sinnvoll noch netztechnisch möglich gewesen.

Die energetische Infrastruktur hatte in der bisherigen Ausprägung ihre Grenzen erreicht. Energieintensive Betriebe mussten ihre technologischen Betriebsabläufe den knappen Energieressourcen anpassen. Nicht nur die derzeit arbeitenden Betriebe werden ihren Bedarf ab sofort wunschgemäß decken können, auch für weitere Industrieansiedlungen mit neuen Arbeitsplätzen schafft E.ON edis die energetischen Voraussetzungen. Selbst eine Erweiterung des neuen Umspannwerkes in den kommenden Jahren scheint möglich. Ein Grundstück zur Aufstellung eines oder mehrerer zusätzlicher Transformatoren hat der regionale Energiedienstleister vorsorglich schon einmal gesichert.

Der Leitungsbau war trotz seiner relativen Kürze von einigen Besonderheiten geprägt. So ist der Trassenverlauf ungewöhnlich verwinkelt. Die örtlichen Gegebenheiten ließen keinen geradlinigen Verlauf zu. Ein militärisches Gebiet wird tangiert, eine Umweltschutzzone umgangen und nicht zuletzt die Nähe zur Stadt Torgelow zwangen die Planer immer wieder zu einer Richtungsänderung.
Auch der Trassenverlauf am und durch Wald verlangte eine besondere technische Lösung. Die Forstverwaltung forderte eine Aufwuchshöhe für Bäume von 28 Metern. Deshalb wurden an einigen Leitungsabschnitten bis zu 45 Meter hohe Maste verbaut.

Mit der Inbetriebnahme dieses Erschließungsvorhabens hat sich die Infrastruktur eines nicht nur für deutsche sondern auch für potentielle Investoren aus dem Baltikum, dem skandinavischen Raum und natürlich aus dem unmittelbaren Nachbarland Polen interessanten Wirtschaftsraumes signifikant verbessert.