Noch in diesem Jahr wird die Stadt Torgelow an das Hochspannungsnetz angeschlossen. Die E.ON edis AG errichtet eine 6,5 Kilometer lange 110-Kilovolt(kV)- Freileitung sowie in der Stadt Torgelow ein Umspannwerk und investiert dafür über 6,1 Mio. Euro.
Gegenwärtig verläuft die Hochspannungstrasse von Pasewalk über Eggesin nach Ueckermünde und damit an der Stadt Torgelow vorbei. Die Stromversorgung Torgelows wurde bisher über verschiedene Mittelspannungsleitungen, so z. B. aus dem 10 Kilometer entfernten Umspannwerk Eggesin, sichergestellt. Der enorme elektrische Leistungszuwachs, der in erster Linie aus der Expansion der Eisengießerei Torgelow resultiert, erforderte eine grundsätzlich neue technische Lösung. Der bisherige elektrische Leistung wird bis zum Jahresende um 50 Prozent steigen. Perspektivisch könnte das Drei- bis Vierfache des heutigen Leistungsbedarfes benötigt werden. Der Ausbau des bisherigen Mittelspannungsnetzes für den erwarteten Leistungsbedarf ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch netztechnisch möglich. Ein so hoher Bedarf an elektrischer Energie ist nur über einen 110-kV-Netzzugang in direkter Nähe der Verbraucher zu decken.
Die energetische Infrastruktur hat in der derzeitigen Ausprägung ihre Grenzen erreicht. Energieintensive Betriebe müssen gegenwärtig ihre technologischen Betriebsabläufe anpassen, andernfalls drohen Beeinträchtigungen der Versorgungssicherheit für die Region. Dies wird sich aber bis Jahresende grundlegend ändern. Am Ende der Hochspannungsfreileitung, die aus insgesamt 25 Stahlgittermaste besteht, arbeiten zwei Transformatoren modernster Bauart, die je 31,5 MW elektrische Leitung übertragen können. Nicht nur die derzeit arbeitenden Betriebe werden ihren Bedarf wunschgemäß decken können, auch für weitere Industrieansiedlungen mit neuen Arbeitsplätzen schafft E.ON edis die energetischen Voraussetzungen.
Der Leitungsbau ist trotz seiner relativen Kürze von einigen Besonderheiten geprägt. So ist der Trassenverlauf ungewöhnlich verwinkelt. Die örtlichen Gegebenheiten lassen keinen geradlinigen Verlauf zu. Ein militärisches Gebiet wird tangiert, eine Umweltschutzzone umgangen und nicht zuletzt die Nähe zur Stadt Torgelow zwangen die Planer immer wieder zu einer Richtungsänderung.
Auch der Trassenverlauf am und durch Wald verlangte eine besondere technische Lösung. Die Forstverwaltung forderte eine Aufwuchshöhe für Bäume von 28 Metern. Deshalb werden an einigen Leitungsabschnitten bis zu 45 Meter hohe Maste verbaut.
Mit der Inbetriebnahme dieses Erschließungsvorhabens wird sich die Infrastruktur eines nicht nur für deutsche sondern auch für Investoren aus dem Baltikum, dem skandinavischen Raum und natürlich aus dem unmittelbaren Nachbarland Polen interessanten Wirtschaftsraumes signifikant verbessern.
Weitere Informationen zur Stromversorgung finden Sie der Internetseite http://www.eon-edis.com .