E.ON edis setzt auf Biogas (02.02.2007)

Ist Biogas ein Modetrend oder eine Zukunftsoption der Energiebranche?

Die E.ON edis AG startete im Jahr 2006 über ihr Tochterunternehmen e.disnatur eine Biogas-Offensive, die den Bau mehrerer Biogasanlagen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vorsieht.
Biomasse ist ein vielseitiger Energieträger im Bereich der Erneuerbaren Energien. Er kann als fester, flüssiger oder gasförmiger Energieträger zur Bereitstellung von Wärme, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eingesetzt werden. Die Rahmenbedingungen für die Stromerzeugung regeln insbesondere das EEG und die Biomasseverordnung. EON edis realisierte über ihr Tochterunternehmen e.disnatur bisher 3 Anlagen im Leistungsbereich von 160 kW bis 1350 kW. Die größte Biogasanlage mit 2 x 2 MW befindet sich derzeit im Gewerbezentrum Malchin im Bau, weitere Anlagen sind in Planung. In der Verfahrenstechnik kommen als Energieträger ausschließlich vor Ort produzierte nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz.
E.ON edis verfügt traditionell über sehr gute Kontakte zu den Landwirten in der Region und ihren Verbänden. Deshalb ist es für E.ON edis selbstverständlich, diese Biogasprojekte in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Landwirten von der Planung bis zum Betreiben der Anlagen zu realisieren. Auf diese Weise können sich Landwirte ein zweites, zukunftsträchtiges Standbein schaffen, das des Energiewirts. Insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es dafür ein überdurchschnittliches Potenzial. Hinzu kommt die Tatsache, dass wegen steigender Preise für fossile Primärenergien die Hinwendung zu regenerativen Energien zunehmend interessant wird. Im Mix der regenerativen Energien, die heute bereits eine Ergänzung zu den herkömmlichen Quellen darstellen, spielt Biogas aus erzeugungs- und netztechnischer Sicht eine besondere Rolle.

Verschiedene wissenschaftlich fundierte Untersuchungen stellen übereinstimmend weitreichende Nutzungsmöglichkeiten von Biomasse sowie umfangreiche Biomasse-Potenziale in Deutschland fest. Es wurde ein Biogaspotenzial von 72,2 Mrd. kWh/a ermittelt, genutzt wird laut den Erhebungen dieser Studien weniger als 10% dieses Potenzials. Bei Ausnutzung des vorhandenen Biogaspotenzials in Brandenburg und M-V könnten theoretisch mehr als 310.000 Haushalte ihren Gasbedarf aus der Biogasherstellung decken (bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 25.000 kWh/a). Dies ist jedoch ein rein theoretischer Wert. Berücksichtigt sind z.B. weder die Finanzierbarkeit der notwendigen Investitionen in der Landwirtschaft und für den dann notwendigen Kleinkraftwerksbau, noch die Netzsituation.
Bei Umwandlung des Biogases in elektrische Energie könnten rein rechnerisch sogar knapp 900.000 Haushalte ihren Stromverbrauch aus der regenerativen Energie Biogas decken (bei einem durchschnittlichen elektrischen Wirkungsgrad von 40% und einem Durchschnittsverbrauch an Strom von 3.500 kWh/a pro Haushalt). Hier gelten allerdings die gleichen Einschränkungen wie oben, es ist eine theoretische Potenzialabschätzung, die die Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt.
Trotz aller noch offenen Fragen bleibt festzustellen: Das Zeitalter des Biogases hat begonnen. Bei E.ON edis wird auf die Nutzung dieses zukunftweisenden Energieträgers gesetzt.