Mit dem MEW trat das die nächsten Jahrzehnte prägende Unternehmen auf die Bühne. Von Anfang an war es ein expansives Unternehmen. Zunächst belieferte es vom Kraftwerk Heegermühle (bei Eberswalde) später vom Kraftwerk Finkenheerd (bei Frankfurt/O.; eröffnet 1923) sein Versorgungsgebiet. Dem MEW lag der Plan von Georg Klingenberg zugrunde, durch ein günstig gelegenes und als Musteranlage gedachtes Kraftwerk die Landkreise Angermünde, Nieder- und Oberbarnim, Templin und den Stadtkreis Eberswalde zu elektrifizieren bzw. mit Strom zu beliefern.


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Die A.E.G. plante mehrere ihrer Töchter im Raum Berlin mit dem MEW zu vereinigen und außerdem die Ausdehnung nach Pommern und Brandenburg. Hier geriet man jedoch mit den o. g. Siemens-Gründungen in Konflikt. Deshalb konnte das Unternehmen zunächst nur in bis dahin unversorgte Kreise seine Leitungen legen. Die Entwicklungen während des 1. Weltkriegs beschleunigten dann die Umwandlung des MEW in ein öffentliches Unternehmen. Zunächst erwarb die Provinz Brandenburg 1916 die Aktienmehrheit. Später ging auch der Rest in öffentliche Hände über.

Allmählich begann das MEW nun mit aktiver Unterstützung der Provinz Unternehmen zu übernehmen oder sich anzugliedern, so noch 1916 die Berliner Vororts-Elektricitätswerke (vorher A.E.G.). Parallel dazu erfolgte ein Ausbau des Leitungsnetzes, u. a. in den Süden von Mecklenburg-Strelitz. Auf diese Weise baute das MEW in Brandenburg eine einheitliche Landesversorgung auf.

1931 (Landeswesten) und 1933 (Landesosten) übernahm das MEW schließlich die Versorgung von Mecklenburg-Schwerin. 1934/35 fusionierte man endlich mit der aus den pommerschen Überlandzentralen hervorgegangenen ÜZ Pommern A.-G., die nahezu ganz Pommern versorgte. Einer der größten deutschen Energieversorger (flächenmäßig sogar der Größte) war entstanden. Probleme gab es indessen an der südlichen Grenze zu Berlin. Hier waren 1929 die Teltower Kreiswerke (TKW) durch ein gemeinsames Vorgehen des Kreises Teltow und der D.C.G.G. entstanden. Es kam zu einem Konflikt zwischen beiden Gesellschaften, der aber in den nächsten Jahren geklärt werden konnte.

Das MEW gliederte sich in Betriebsdirektionen (BD), wie Eberswalde, Frankfurt/O. und Stralsund. Diese Struktur blieb auch noch nach dem Ende des Unternehmens erhalten.


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Die Aufrüstungen und Kriegsvorbereitungen banden das MEW ab 1933 immer stärker in die Organisationen der deutschen Energiewirtschaft ein. Schrittweise übernahm man sogar hoheitliche Aufgaben (Lastverteilung). Das Unternehmen wurde zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Kriegswirtschaft. Umso härter trafen es die Wirkungen des 2. Weltkrieges. In seinem Ergebnis ging das östlich der Oder gelegene Versorgungsgebiet dauerhaft verloren. Die Erzeugungs-, Übertragungs- und Verteilungsanlagen waren entweder durch Kampfhandlungen zerstört worden oder durch die Beanspruchung sehr stark zerschlissen.

Die Demontagen durch die sowjetische Besatzungsmacht nach 1945 waren für das MEW besonders gravierend. Brandenburg und Mecklenburg galten als die beiden deutschen Regionen, die im Verhältnis am folgenschwersten vom Abbau der Energieversorgungsanlagen betroffen wurden. Erst sehr langsam trat nach Kriegsende eine Normalisierung ein.