Historisch betrachtet erstreckt sich das Netzgebiet der E.ON edis AG über mehrere Regionen der preußischen Provinzen Brandenburg und Pommern sowie der Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz.
Die Anfänge der Energieversorgung in diesem Gebiet reichen bis in die 1850er Jahre zurück. Um die immer drängender werdende "Lichtfrage" zu lösen, begannen hier ab 1855 die ersten Städte Gaswerke - damals "Gasanstalten" oder "Gasfabriken" auch "Gaserleuchtungsanstalten" genannt - zu errichten.
| Die ersten Gaswerke |
|---|
| Frankfurt/Oder | 1855 | ||
| Anklam | 1856 | ||
| Luckenwalde | 1856 | ||
| Rostock | 1856 | ||
| Potsdam | 1856 | ||
| Röbel | 1857 | ||
| Stralsund | 1857 | ||
| Wismar | 1857 | ||
| Fürstenwalde/Spree | 1858 | ||
| Greifswald | 1858 | ||
| Neustrelitz | 1858 | ||
| Wittstock | 1858 | ||
| Prenzlau | 1858 |
Diese "Beleuchtungsanstalten" dienten anfänglich zur Erhellung öffentlicher Straßen und Plätze. Bald folgten Fabriken sowie weitere gewerbliche und auch private Abnehmer.
| Gaswerksgründungen in den 1860er Jahren |
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| Gnoien | 1860 | ||
| Brandenburg/Havel | 1862 | ||
| Grevesmühlen | 1862 | ||
| Eberswalde | 1863 | ||
| Demmin | 1864 | ||
| Pritzwalk | 1864 | ||
| Schwedt | 1865 | ||
| Bernau | 1867 | ||
| Neubrandenburg | 1867 |
Die ersten Gaswerke wurden sowohl privat (Frankfurt/O., Wismar) als auch kommunal (Potsdam, Rostock) geführt. Trotz einer Vielzahl technischer Unzulänglichkeiten der Gasgeräte - z. B. konnte sich deshalb der Gasmotor kaum durchsetzen - wurde das Gaslicht zu einer Erfolgsgeschichte. Bis etwa 1870 folgte eine große Zahl von Städten, die eine Gasbeleuchtung errichteten.
Dann ebbte die Entwicklung allerdings ab. Die Gründe dafür sind vielfältig. Auf jeden Fall sind sie in den Mängeln der "alten" Gasbeleuchtung zu suchen: Große Brandgefahr durch die offenen Flammen und Verschlechterung der Raumluft durch die Verbrennung. Außerdem "flackerten" die Gaslampen, die einem Bunsenbrenner ähnelten, und ihre Lichtausbeute war verhältnismäßig gering.
In den 1880er Jahren trat dann mit dem elektrischen Licht der Konkurrent auf die Bühne. Das Publikum empfand die Nachteile des Gaslichtes nun noch klarer. Erste Bekanntschaft mit dem neuen Licht machten viele Einheimische durch Demonstrationsanlagen und auf Jahrmärkten und Festlichkeiten, die durch mobile Lichtanlagen erhellt wurden. Vorbilder waren aber auch die Entwicklungen in Berlin, Hamburg und Stettin.
Gleichzeitig setzte in einigen Städten wie im mecklenburgischen Friedland (damals ohne Gaswerk) um 1885 eine öffentliche Diskussion ein, ob die "Lichtfrage" anstatt durch ein Gaswerk besser mittels eines Elektrizitätswerks gelöst werden solle. Eine Idee die rund zehn Jahre später in Oranienburg realisiert wurde. Fast zeitgleich statteten findige Unternehmer ihre Betriebsstätten, die über "überschüssige" Antriebsenergien (Dampf- oder Wasserkräfte) verfügten, mit elektrischen Lichtanlagen aus.
Zu einem bevorzugten Anwendungsbereich entwickelten sich die Theater. Ab etwa 1890 kam das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, vorrangig in den exklusiven Badeorten an der mecklenburgischen und vorpommerschen Ostseeküste, hinzu. Nicht zufällig entstand eines der ersten öffentlichen E-Werke 1895 im Seebad (Rostock-)Warnemünde.
Obwohl schon vor 1900 auf einigen Gütern elektrische Lichtanlagen in Betrieb genommen worden waren, blieb die "Electricität" noch viele Jahre eine Angelegenheit des urbanen Raums. In vielen Kommunen folgten den Einzelanlagen bald "Blockstationen", die schon Straßenzüge und Quartiere ("Blöcke") mit Strom versorgen konnten. Sie bereiteten den Grund für die öffentliche Stromversorgung. Ein Haupthindernis waren dafür aber noch die hohen Kosten für Energie und die elektrischen Geräte. So konnte um die Jahrhundertwende das Gaslicht in Gestalt des "Gasglühlichts" noch einmal einen Aufschwung nehmen. Es war preiswerter und überwand viele Mängel der "alten" Gasbeleuchtung. Es kam erneut zu Gaswerksgründungen.
| Gaswerksgründungen um 1900 |
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| Friedland/Meckl | 1898 | ||
| Beeskow | 1899 | ||
| Freienwalde | 1899 | ||
| Ketzin | 1899 | ||
| Friesack | 1901 | ||
| Barth | 1902 | ||
| Doberan | 1904 | ||
| Niemegk | 1904 | ||
| Torgelow | 1905 | ||
| Angermünde | 1909 | ||
| Richtenberg | 1909 |
Allerdings waren inzwischen die ersten "elektrischen Centralen" wie 1893 in Strasburg/Uckermark oder 1896 in Oranienburg und Templin eröffnet worden. Eine "Häufung" solcher Gründungen verzeichnete naturgemäß das Berliner Umland.
| Die ersten E-Werke |
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| Strasburg/Uckermark | 1893 | ||
| Warnemünde | 1895 | ||
| Sassnitz | 1896 | ||
| Templin | 1896 | ||
| Oranienburg | 1896 | ||
| Strausberg | 1896 | ||
| Kyritz | 1897 | ||
| Schönow | 1897 | ||
| Storkow | 1897 | ||
| Trebbin | 1897 | ||
| Frankfurt/Oder | 1897/98 | ||
| Zossen | 1898 | ||
| Bergen/Rügen | 1899 | ||
| Heringsdorf | 1899 |
Die großen Städte folgten ab etwa 1897: Frankfurt/O. (1897/98), Rostock (1900), Brandenburg/H. (1901), Potsdam (1901), Greifswald (1903) und Wismar (1904) sowie Eberswalde (1906). Am Vorabend des 1. Weltkriegs waren bis auf wenige Ausnahmen wie Neustrelitz alle Städte im heutigen E.ON edis-Netzgebiet elektrifiziert.