In den vergangenen Jahren wurden in unserem Unternehmen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Großvögeln durchgeführt. Dies trifft sowohl für den Neubau als auch für die Nachrüstung an bestehenden Anlagen zu.

Zur Verringerung des Gefahrenpotentials für Großvögel durch Freileitungen sind in einer internen Werknorm entsprechende Nachrüstungsmaßnahmen bzw. der Einsatz von ausgewählten Bauarten beim Neubau festgelegt. Als Schwerpunktgebiete werden hier die Vogelschutzgebiete, Vogelzug- und –rastplätze benannt. Eine vollständige Beseitigung des Gefahrenpotentials wird dort erreicht, wo Freileitungen durch Erdkabel ersetzt werden. Dafür sind jedoch eine Reihe wirtschaftlicher und technischer Voraussetzungen notwendig. Im Jahr 2005 wurden weit über 400 km Erdkabel in der Nähe bzw. in solchen Gebieten verlegt.

Weißstorch

Weißstorch Problem: Es besteht die Gefahr der Durchströmung bei Nieder- und Mittelspannungsfreileitungen.

Abhilfe: E.ON edis trifft technische Schutzmaßnahmen wie Abdeckhauben, Isolierschläuche, Abweiser, Sitzstangen und Nisthilfen und betreibt eine intensive Zusammenarbeit mit NABU und Weißstorchbetreuern. Zusätzlich werden separate Masten für Horste kostenlos bereitgestellt.

Der 5. Storchentag Mecklenburg-Vorpommern wurde am 29. Oktober 2005 bei der E.ON edis, Standort Demmin durchgeführt. Für unser Unternehmen war es eine Selbstverständlichkeit dem Storchenvater mit seinen Storchenbeauftragten unsere Räumlichkeiten zur Verfügung zustellen. In der Abschlussrede des Herrn Zöllik konnten wir vernehmen, dass man sich auf ein Wiedersehen in unserem Hause freuen würde. Gleichzeitig wurde von Seiten der Veranstalter die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung der E.ON edis AG im Bezug auf den Artenschutz hervorgehoben.

Schleiereule

Schleiereule Problem: "Wohnungsnot" durch Abriss/Sanierung alter Gebäude (Scheunen, Kirchen u.ä.)

Abhilfe: Alte Freileitungs-Turmstationen werden durch Modernisierung der Netze oft nicht mehr benötigt, E.ON edis stellt seit 1992 in enger Zusammenarbeit mit NABU und Umweltämtern geeignete Baukörper dem Artenschutz zur Verfügung.

Bis Ende 2004 wurden 256 Gebäude durch E.ON edis hergerichtet und Umweltverbänden kostenlos übereignet. Allein im Jahr 2005 wurden zum Erhalt von Brutplätzen und Winterquartieren für geschützte Tierarten 28 Gebäude von nicht betriebsnotwendige Transformatorenstationen verbunden mit einer Spende an Naturschutzverbände und Artenschützer  für den Artenschutz übergeben.

Fischadler

Fischadler Problem: Besondere Anforderungen an Brutplatz, freier Anflug und weite Sicht sind in der Natur wegen forstwirtschaftlicher Pflege der Wälder immer seltener vorhanden.

Abhilfe: Hochspannungsmaste sind echte Alternative wie bereits 1937 beobachtet wurde. Sichere Energieversorgung und gefahrloses Brüten sind mit Nisthilfen statt Abweisern vereinbar.

Neben kostenloser Bereitstellung und Montage der Nisthilfen unterstützt E.ON edis mit jährlich ca. 400 h die Beringung durch ehrenamtliche Artenschützer. Basis hierfür sind entsprechende Vereinbarungen mit den Landesumweltämtern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aus 2001 bzw. 2002. Die Beringung der Jungadler wird in Zusammenarbeit mit den Artenschutzbeauftragten durch ausgebildetes Personal der E.ON edis AG durchgeführt.

Adlerhorste im 110-kV-Netz der E.ON edis AG im Jahr 2005

Netzgebiet Nord
60 Brutpaare/96 Nisthilfen, ca. 4200 Maste

Netzgebiet Ost
19 Brutpaare/36 Nisthilfen, ca. 2100 Maste

Netzgebiet West
57 Brutpaare/66 Nisthilfen, ca. 3400 Maste

Adlerhorste im 20-KV-Netzgebiet der Region Nord

32 Brutpaare/38 Nisthilfen, 60 Jungfischadler beringt

Seit dem Sommer 2003 werden jährlich Nestlinge aus Brandenburg und anderen Ländern enthorstet und nach Andalusien zur Auswilderung verbracht. Die spanische Republik unternimmt große Anstrengungen um den Fischadler auf dem andalusischen Festland wieder anzusiedeln. So wurden im Jahr 2005 insgesamt drei Nestlinge aus dem Netzgebiet Ost und fünf Nestlinge aus dem Ruppiner Land, Netzgebiet West, nach Andalusien verbracht.

Zum Erhalt bzw. zur Erweiterung der Population von besonders geschützten Vogelarten werden in enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden, Naturschutzverbänden und den Artenschutzbeauftragten jedes Jahr Nisthilfen bzw. Nistkästen bereitgestellt und an Energieanlagen aufgebaut bzw. im Zuge der Anlagensanierung erneuert.

 

Weitere Informationen über unser Engagement zum Schutz bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume entnehmen Sie bitte unsere Broschüre "Auf die vernünftige Art". Die Broschüre erhalten Sie kostenfrei in unseren Standorten.