Energiewirtschaft und –versorgung sind komplexe Themen mit einer eigenen Begrifflichkeit. Im Energielexikon finden Sie Erläuterungen zu allen wichtigen Fachbegriffen (Quelle: IZE - Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft e.V.).

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Aquifer-Speicher

Aquifer-Speicher sind Porenspeicher in Gesteinsschichten, aus denen Wasser durch eingepresstes Erdgas verdrängt wurde.

siehe auch: Porenspeicher, Untertagespeicher


Arbeit, elektrische

ist die in einer bestimmten Zeit erzeugte, übertragene, gelieferte, bezogene oder verbrauchte elektrische Energie, gemessen in Kilowattstunden (kWh). Elektrische Arbeit = Leistung x Zeit ; kW x h = kWh


Blindstrom-Blindleistung

Blindleistung Q ist die elektrische Leistung, die zur Erzeugung elektromagnetischer Felder benötigt wird. Sie wird in elektrischen Verbrauchern nicht in andere Energieformen umgewandelt und gelangt unverbraucht zu dem Erzeuger zurück. Da dieser Vorgang sich periodisch wiederholt (Wechselstrom), pendelt sie bloß zwischen Erzeuger und Verbraucher und belastet so Versorgungsnetz und Erzeuger.

Der zwischen Erzeuger  (Elektrizitätswerk) und Verbraucher hin und her pendelnde Blindstrom wird im Leitungsnetz in Wärme umgesetzt. Generatoren, Transformatoren, Leitungen und Schalteinrichtungen werden zusätzlich belastet. Es treten Verluste und Spannungsabfall auf. Bei hohem Blindstromanteil können die verlegten Querschnitte nicht voll zur Energieübertragung ausgenützt werden bzw. müssen stärker dimensioniert sein. Aus der Sicht des Netzbetreibers steigen bei schlechtem Leistungsfaktor die Investitions- und Wartungskosten für das Versorgungsnetz. Diese Mehrkosten werden dem Verursacher, nämlich dem Stromabnehmer oder Einspeisern mit schlechtem Leistungsfaktor, in Rechnung gestellt.


Blockheizkraftwerke

Blockheizkraftwerke (BHKW) produzieren gleichzeitig Wärme und Strom nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Sie versorgen nahe gelegene Großabnehmer oder Abnehmergruppen sowohl mit Elektrizität als auch mit Heiz- und / oder Prozesswärme, die bei der Stromerzeugung entsteht. Die Mehrzahl der rund 5.000 BHKW in Deutschland wird mit Erdgas betrieben.

siehe auch: Kraft-Wärme-Kopplung


Brennstoffzellen

Brennstoffzellen (engl. fuel cells) wandeln wie eine Batterie chemische in elektrische und thermische Energie um. Dabei sind die chemischen Energieträger gasförmig (Erdgas oder Wasserstoff plus Sauerstoff). Brennstoffzellen funktionieren ohne Verbrennungsprozess und stoßen praktisch keine Schadstoffe aus. Allerdings muss der Wasserstoff in der Regel aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden. Dabei ist die Gewinnung von Wasserstoff aus Erdgas, dem wasserstoffreichsten fossilen Energieträger, mit Wirkungsgraden von über 80 Prozent besonders effizient. Brennstoffzellen können großtechnisch in Kraftwerken, für die Energieversorgung von Gewerbe und Haushalten sowie in Fahrzeugen eingesetzt werden.

siehe auch: Kraft-Wärme-Kopplung


Brennwert

Der Brennwert (Ho) gibt die gesamte Wärmemenge an, die bei der vollständigen Verbrennung eines fossilen Energieträgers in bestimmter Menge frei wird. Er beinhaltet also auch die Verdampfungswärme, die freigesetzt wird, wenn der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert. Bei Erdgas wird der Brennwert in Kilowattstunden (kWh) pro Kubikmeter angegeben.


Brennwerttechnik

Brennwerttechnik nutzt zusätzlich zur Brennstoffenergie die Wärme des Wasserdampfes im Abgas, die bei konventionellen Kesseln ungenutzt durch den Schornstein entweicht, und speist sie ins Heizsystem ein. Dadurch erhöht sich der Wirkungsgrad des Systems. Erdgas-Brennwertkessel sparen gegenüber herkömmlichen Heizkesseln bis zu 36 Prozent an Energie.

siehe auch: Wirkungsgrad


Downstream

Downstream bezeichnet die Distribution von Erdgas bis zum Endverbraucher.

siehe auch: Upstream


Düker

Düker sind Spezialkonstruktionen für Gasleitungen, um Flussläufe zu unterqueren. Dazu wird die Form des Leitungsrohres dem Querschnitt des Flussbettes angepasst und zur Stabilisierung mit einem Betonmantel umgossen.


Durchleitungsleistung, bestellte

ist die in einer bestimmten Zeit erzeugte, übertragene, gelieferte, bezogene oder verbrauchte elektrische Energie, gemessen in Kilowattstunden (kWh). Elektrische Arbeit = Leistung x Zeit ; kW x h = kWh


Einspeisepunkt

ist die vertraglich festgelegt Übergabestelle, an der in das Stromnetz elektrische Energie eingespeist wird. Bei Durchleitungen aus dem Ausland ist der Übergabepunkt in das deutsche Netz der Einspeisepunkt. Die Einspeisespannungsebene ist die zugehörige Spannungsebene. Mögliche Einspeisespannungsebenen: Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannung.


Elektrizität

Energieform, auch Strom genannt, von prägendem Einfluss auf unsere Energiegesellschaft. Erzeugung mit erneuerbarer Energie erfolgt derzeit überwiegend aus Wasserkraft, Biomasse,  Wind- und Sonnenenergie. Erdwärme, Meeres- und Wellenenergie in Entwicklung.


Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Definition:
Die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist die Fähigkeit einer elektrischen Einrichtung - Anlage, Gerät, Baugruppe - in ihrer elektromagnetischen Umgebung zufriedenstellend zu funktionieren, ohne diese Umgebung unzulässig zu beeinflussen.

Erläuterung:
Unter EMV werden die Grundsätze für einen störungsfreien Betrieb verschiedener elektronischer Geräte verstanden. Es muss berücksichtigt werden, in welchem Maße ein elektronisches Gerät elektromagnetische Felder aussendet und wie störfest es gegen Beeinflussungen durch diese von außen ist.

Sicherheitsrelevante Geräte wie z.B. Medizingeräte oder Bordelektronik in Flugzeugen erfordern besondere Beachtung über mögliche Störungen. Nutzungsverbote sind hier in jedem Fall zu beachten, auch wenn hier die Störung in einer unzureichenden Störfestigkeit des gestörten Gerätes liegt.


Endenergie

Die dem Endverbraucher (Industrie, Gewerbegebiet, Haushalt usw.) z.B. über die Steckdose oder nach Anlieferung im Heizöltank zur Verfügung stehende Energie wird Endenergie genannt. Sie wird vom Verbraucher mit Hilfe von Apparaten, Maschinen, Öfen usw. in Nutzenergie umgewandelt.


Endverteilung

Endverteilung nennt man die Belieferung von Endverbrauchern über Leitungen mit zumeist kleinen Durchmessern im regionalen oder örtlichen Rahmen (Regional- oder Ortsverteilung).

siehe auch: Erdgastransport


Energie

ist die Fähigkeit eines Systems, äußere Wirkungen (Arbeit) hervorzubringen. Einheit: Joule, 1J = 1 Nm = 1 Ws; 1kJ = 1000 J = 0,239 kcal


Energiebesteuerung

Energiebesteuerung. Die Last von Abgaben und Steuern auf Energie erreicht in Deutschland jährlich über 100 Milliarden Mark (inklusive Mehrwertsteuer) und hat sich zwischen 1993 und 2000 um 50 Prozent erhöht. Das Erdgas wird hier zu Lande bereits heute mit Steuern und Abgaben von 3,7 Milliarden Euro pro Jahr belastet.


Energieeinsatz, rationeller

Wirksamster Energieeinsatz zur Verwirklichung wirtschaftlicher Zwecke und Befriedigung individueller Bedürfnisse ohne Einbuße an Produktivität oder Komfort.


Energierückgewinnung

Nutzung von geringwertiger Energie, die bei Produktionsvorgängen (z.B. metallurgischen Prozessen), bei der Belüftung und Klimatisierung (z.B. in der Abluft) oder im Haushalt (z.B. im heißen Wasser aus der Waschmaschine) "abfällt". Eine Rückgewinnung (Recycling) ist in vielen Fällen technisch möglich und bei steigenden Energiepreisen für den Verbraucher oft auch wirtschaftlich interessant. (z.B. Wärmepumpe)


Energieträger

sind Stoffe, in denen Energie gespeichert ist. Man unterscheidet Primär- und Sekundärenergieträger. Primärenergieträger (auch Rohenergieträger) sind die in der Natur vorkommenden, noch nicht umgewandelten Energieträger wie Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Natururan, Sonne, Wind, Erdwärme usw. Auch die Wasserkraft zählt dazu.


Energieverluste

Bei Gewinnung, Aufbereitung, Umwandlung, Speicherung, Transport, Verteilung und Anwendung von Energie treten - ganz gleich bei welchem Energieträger - Verluste auf, die, da sie in vielen Fällen naturgesetzlich bedingt sind, nur teilweise durch technische Mittel und/oder persönliches Verhalten vermeidbar sind. Physikalisch gesehen handelt es sich allerdings nicht um "Verluste", sondern um ungenutzte Energie (Prinzip der Erhaltung der Energie).


Entnahmepunkt

ist die vertraglich festgelegte Übergabestelle, von der aus dem Netz elektrische Energie entnommen wird. Die Entnahmespannungsebene ist die zugehörige Spannungsebene. Mögliche Entnahmespannungsebene: Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannung.


Erdgas

Erdgas ist eine in der Natur vorkommende Primärenergie und lässt sich ohne weitere Umwandlung verwenden. Es besteht zu 80 bis 99 Prozent aus Methan sowie aus höheren Kohlenwasserstoff-Verbindungen wie Ethan, Propan und Butan und teilweise regional noch weiteren Inhaltsstoffen wie etwa Kohlendioxid. Erdgas ist geruchlos, hochentzündlich und nicht giftig.

siehe auch: Primärenergie, Methan, Kokereigas, Naturgas, Stadtgas


Erdgasaufkommen

Das Erdgasaufkommen lag 2000 in Deutschland bei 89 Milliarden Kubikmetern. Das Aufkommen stammte zu 19 Prozent aus deutscher Produktion, zu 44 Prozent aus anderen westeuropäischen Quellen (Norwegen, Niederlande, Dänemark und Großbritannien) und zu 37 Prozent aus Russland.


Erdgaseinsatz

Erdgas wird überwiegend verwendet, um zu heizen, zu kochen und warmes Wasser zu bereiten, Prozesswärme in der gewerblichen und industriellen Produktion und Strom zu erzeugen. Zu einem kleinen Teil dient es zudem der chemischen Industrie als Rohstoff. Neue Anwendungsbereiche gewinnen an Bedeutung, etwa in Erdgasfahrzeugen und Erdgasvollversorgung von Häusern.

siehe auch: Erdgasfahrzeuge, Erdgasvollversorgung


Erdgasfahrzeuge

Erdgasfahrzeuge emittieren deutlich weniger Schadstoffe als Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzinmotoren. Ende 2000 waren in Deutschland etwa 10.000 erdgasbetriebene Fahrzeuge in Betrieb, vor allem so genannte Flottenfahrzeuge im öffentlichen Personen- und Güternahverkehr.

siehe auch: Brennstoffzelle


Erdgasförderung

Weltweit wurden im Jahr 2000 rund 2.300 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert. Der weltweit größte Gasproduzent ist die russische Gazprom.


Erdgasgewinnung

Erdgas wird aus unterirdischen Lagerstätten über Bohrungen gewonnen. Die Bohrtiefen können mehrere hundert bis mehrere tausend Meter betragen. Das geförderte Erdgas wird oberirdisch getrocknet, gereinigt und für den Weitertransport aufbereitet.


Erdgashandel

Grenzüberschreitend wurden im Jahr 2000 etwa 580 Milliarden Kubikmeter Erdgas geliefert (1999: 520 Milliarden). Der internationale Erdgashandel entsprach damit etwa einem Fünftel der weltweiten Erdgasförderung. Vom gesamten Volumen des internationalen Erdgashandels entfielen gut drei Viertel auf Lieferungen per Pipeline; die übrigen Mengen wurden per Tankschiff als Flüssiggas (LNG) geliefert. Größtes Erdgasexportland ist Russland, die bedeutendsten Importländer sind nach den USA und Deutschland Japan und die Ukraine.

siehe auch: Erdgasförderung, Pipeline, Flüssigerdgas, Erdgastransport


Erdgashydrat

Erdgashydrat ist eine schneeförmige Verbindung zwischen Erdgaskomponenten und Wasser, die unter einem hohen Druck und Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius stabil ist. In Alaska und Sibirien existieren riesige Erdgashydratlager, deren Erschließung die gewinnbaren Erdgasreserven der Welt deutlich erhöhen würde.

siehe auch: Erdgasreserven


Erdgasreserven

Die sicher gewinnbaren Erdgasreserven in der Welt lagen Ende 2000 bei 140.000 Milliarden Kubikmetern - ein Volumen, das die Erdgasversorgung der Weltbevölkerung (gemessen am heutigen Verbrauch) für weitere 60 Jahre sichert. Zählt man die zusätzlich gewinnbaren Ressourcen hinzu, die heute aus Kostengründen noch nicht wirtschaftlich genutzt werden können (etwa aus Erdgashydrat), ergibt sich eine Reichweite von rund 170 Jahren. Zudem können neue Techniken in der Exploration die Reichweite erheblich erhöhen. Die größten Erdgasreserven der Welt liegen in Russland; die dort sicher gewinnbare Menge wird auf 48.000 Milliarden Kubikmeter geschätzt.

siehe auch: Erdgashydrat, Exploration


Erdgastransport

Erdgas wird hauptsächlich in gasförmigem Zustand durch meist unterirdisch verlegte Pipelines von den Lagerstätten zu den Verbraucherschwerpunkten transportiert. Der Transport umfasst sowohl den Ferntransport über große Entfernungen (international und national) als auch die regionale Grobverteilung (Erdgasverteilung). In besonderen Fällen wird Erdgas auch per Tankschiff als Flüssigerdgas (LNG) transportiert.

siehe auch: Pipeline, Flüssigerdgas


Erdgasverbrauch

Im Jahr 2000 wurden weltweit 2.300 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht In Deutschland waren es rund 80 Milliarden Kubikmeter (71,5 Millionen Tonnen Öleinheiten). Das entsprach 21 Prozent des gesamten Verbrauchs an Primärenergie. Diese Menge verteilte sich wie folgt: 47 Prozent Haushalte und Kleinverbraucher, 26 Prozent Industrie, 12 Prozent Kraftwerke, 15 Prozent sonstiger Verbrauch (darunter Heizwerke).

siehe auch: Öleinheit, Primärenergien


Erdgasvollversorgung

Erdgasvollversorgung umfasst neben Heizen, Warmwasserbereitung und Kochen mit Erdgas auch neue Anwendungen im Haushalt. Dazu gehören beispielsweise Gas-Wäschetrockner, Kaminofen, Grill, Infrarotstrahler für die Terrasse oder die gasbeheizte Sauna.


Erdgasvorkommen

Die weltweit größten Erdgasvorkommen liegen in Westsibirien. Dort hat allein das Urengoy-Feld sicher gewinnbare Reserven von 7.000 Milliarden Kubikmetern Erdgas; eine vergleichbare Größenordnung hat das Jamburg-Feld. In Westeuropa befinden sich die größten Erdgasquellen vor der norwegischen Küste (Troll-Feld, rund 1.300 Milliarden Kubikmeter) und in den Niederlanden (Groningen-Feld). In Deutschland liegen die bedeutendsten gewinnbaren Erdgasvorkommen in der Norddeutschen Tiefebene zwischen Elbe und Ems.


Europäischer Erdgasverbund

Das europäische Erdgasverbundsystem reicht von der Nord- und Ostsee bis zum Mittelmeer und vom Atlantik bis nach Osteuropa. Es umfasst die Gesamtheit der kapazitätsstarken Einzelsysteme verschiedener europäischer Gasgesellschaften. Diese Systeme sind an Schnittpunkten miteinander verknüpft. Allein in West-, Mittel- und Osteuropa sind dem Erdgasverbund Pipelines von rund 50.000 Kilometern Länge zuzurechnen.


Exploration

Exploration bezeichnet das Aufsuchen und die Erkundung von Rohstoff-Lagerstätten. Sie erlaubt es, die Vorratsmengen einer Lagerstätte zuverlässig abzuschätzen und die Erschließung zu planen. Zur Exploration zählen geologische Erkundungs- und Bohrarbeiten sowie geophysikalische Untersuchungen. Besondere Bedeutung hat dabei die 3-D-Seismik, die es ermöglicht, ein dreidimensionales Modell des Untergrundes anzufertigen und so den Ansatzpunkt und den Verlauf von Bohrungen sehr präzise festzulegen. Zudem erlauben es neue Bohrtechniken, bislang unzugängliche Erdgasreserven in mehr als 2.000 Metern Wassertiefe zu erschließen; abgelenkte Bohrungen erreichen Ziele, die horizontal mehr als elf Kilometer vom Bohransatzpunkt entfernt sind.

siehe auch: Erdgasreserven


Fahrplan

Bei der Durchleitung elektrischer Energie wird ein Fahrplan erstellt. Dieser ist eine Vereinbarung über den zeitlichen Verlauf des Mittelwertes der durchgeleiteten Leistung je 15 Minuten Messperiode.


Fernwärmeversorgung

wird in Heizwerken oder Heizkraftwerken (Kraft-Wärme-Kopplung) erzeugt und über ein Rohrleitungssystem als Heißwasser, z.T. auch als Dampf, den Verbrauchern zur Verfügung gestellt.


Flüssigerdgas

Flüssigerdgas (engl. Liquefied Natural Gas, LNG) ist hoch verdichtetes Erdgas für den Transport über weite Strecken. Es wird durch Abkühlen von Erdgas bis auf etwa minus 160 Grad Celsius bei Umgebungsdruck erzeugt und in diesem Zustand in LNG-Tankschiffen transportiert. Im Zielhafen wird das LNG in speziellen Terminals wiederverdampft und ins Erdgas-Leitungssystem eingespeist. Dabei ergibt 1 Kubikmeter LNG nach der Wiederverdampfung bis zu 600 Kubikmeter Erdgas. Rund ein Viertel des weltweiten Erdgashandels entfällt auf LNG. Deutschland bezieht bislang noch kein LNG, ist darauf aber technisch vorbereitet.

siehe auch: Erdgashandel


Fossile Energieträger

Fossile Energieträger sind in Jahrmillionen aus Biomasse entstandene Energierohstoffe. Dazu zählen Öle, Kohlen (Steinkohle, Braunkohle) und Gase.


Gasbeschaffenheits-Messanlagen

Gasbeschaffenheitsmessanlagen erfassen die Zusammensetzung des Erdgases. Sie ermöglichen es gemeinsam mit Messanlagen, bezogene oder gelieferte Energiemengen zu ermitteln und die Gasbeschaffenheit an unterschiedlichen Stellen im Leitungsnetz zu bestimmen.

siehe auch: Messanlagen


Gasdruck

Erdgasnetze werden in unterschiedlichen Druckniveaus betrieben: überregionale Fernleitungen in sehr hohem Druckbereichen (bis zu 100 bar), regionale Leitungen in einem breit gestreuten Spektrum zwischen 1 und 70 bar, örtliche Versorgungsleitungen meist im Mitteldruck (0,1 bis 1 bar) oder Niederdruckbereich (unterhalb von 100 mbar [Millibar]). Das Leitungsnetz der deutschen Gaswirtschaft besteht zu 27 Prozent aus Hochdruckleitungen (mehr als 1 bar bis zu 100 bar), zu 38 Prozent aus Mitteldruckleitungen (100 mbar bis 1 bar) und zu 35 Prozent aus Niederdruckleitungen (bis 100 mbar). Unmittelbar vor den Verbrauchsgeräten im Haushalt beträgt der Gasdruck 20 mbar.

siehe auch: Gaswirtschaft


Gaswirtschaft

In der deutschen Gaswirtschaft sind etwa 730 eigenständige Unternehmen mit rund 39.000 Beschäftigten tätig. Fördergesellschaften und überregional tätige Importgesellschaften liefern Erdgas aus deutschen und ausländischen Quellen an überregionale, regionale und örtliche Gasversorgungsunternehmen, die Haushalte, Gewerbe und Industrie versorgen.


Geografisches Informationssystem (GIS)

Geografisches Informationssystem (GIS) ist eine Anwendungssoftware zur Speicherung, Pflege und Visualisierung von geografischen Informationen. GIS-Systeme werden zur Dokumentation, Analyse und Optimierung des Leitungsnetzes genutzt.


Grenzentfernung

Für jede Spannungsebene gibt es eine festgelegte Entfernung, oberhalb derer die nächsthöhere Spannungsebene benutzt wird. Diese Entfernung wird Grenzentfernung genannt und beruht auf der tatsächlichen Netzsituation.


GuD-Kraftwerke

GuD-Kraftwerke (Gas- und Dampfkraftwerke) basieren auf der Kombination von Gasturbinen und nachgeschaltetem Dampfkreislauf mit Dampfturbinen. Diese hoch effizienten Kraftwerkstypen erreichen derzeit elektrische Wirkungsgrade bis zu 58 Prozent und werden vorwiegend mit Erdgas befeuert.

siehe auch: Wirkungsgrad, Brennstoffzellen, Kraft-Wärme-Kopplung


Heizen mit Erdgas

Heizen mit Erdgas wird immer populärer. Im Jahr 2000 wurden bereits 44,5 Prozent der Wohnungen in Deutschland mit Erdgas beheizt. Für 76 Prozent der Wohnungen, die neu gebaut werden, ist Erdgas als Heizenergie vorgesehen.


Heizwert

Der Heizwert von Brennstoffen gibt die Energie an, die bei der vollständigen Verbrennung einer Mengeneinheit (kg oder m³) freigesetzt wird. Die durchschnittlichen Heizwerte können sich je nach dem Energieinhalt der in den einzelnen Jahren gewonnenen und verbrauchten Energieträger ändern. Dies wird in den jährlichen Energiebilanzen durch die Heizwerte in Joule berücksichtigt.


Interconnector

Interconnector heißt die Unterwasser-Pipeline, die seit 1998 das britische Gastransportsystem mit dem des Kontinents verbindet. Die Leitung ist 235 Kilometer lang und verläuft von Bacton (England) bis Zeebrugge (Belgien).


Jahresarbeit

ist die im Abrechnungsjahr durchgeleitete elektrische Arbeit, in kWh/Jahr


Jahresbenutzungsdauer

Jahresbenutzungsdauer = Jahresarbeit : bestellte Durchleitungsleistung/Jahr, in h/Jahr


Kathodischer Korrosionsschutz

Unterirdisch verlegte Gasleitungen müssen vor Korrosion geschützt werden. Dies geschieht zum einen durch eine isolierende Kunststoffumhüllung der Stahlrohre. Zusätzlich wird die Technik des kathodischen Korrosionsschutzes angewendet: Dabei fließt von einer Anode ein Gleichstrom zu den Stellen, an denen die Umhüllung der Rohre beschädigt ist. Dadurch bildet sich ein elektrochemischer Schutz, der die Korrosion verhindert.


Kavernenspeicher

Kavernenspeicher sind Untertagespeicher zur Lagerung von Gasen oder Flüssigkeiten in künstlich angelegten Hohlräumen. Hierfür werden vorwiegend Salzablagerungen genutzt, in denen gezielt Hohlräume (Kavernen) durch Ausspülen mit Frischwasser (Solung) geschaffen worden sind. Die Salzschicht, die die Kaverne umgibt, sowie das darüber liegende Gebirge ermöglichen eine Speicherung unter hohem Druck und machen ein Entweichen des gespeicherten Stoffes unmöglich.

siehe auch: Untertagespeicher, Porenspeicher


Klimaschutzerklärung

Zur Minderung der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen bis zum Jahre 2005 hat das deutsche Gasfach 1995 eine Selbstverpflichtung abgegeben. Die Klimaschutzerklärung wurde 1996 an das international übliche Basisjahr 1990 angepasst. Ziel ist es, die CO2-Emissionen bei der Erzeugung von Nutzwärme im Bereich der privaten Haushalte zu reduzieren - durch den Einsatz besonders rationeller Technologien zur Erdgasanwendung. Die Gaswirtschaft strebt an, die spezifischen CO2-Emissionen bis zum Jahre 2005 um etwa 34 Prozent auf 0,23 Kilogramm CO2 je kWh Nutzwärme zu vermindern. Das entspricht einer absoluten Senkung der CO2-Emissionen in diesem Sektor um 30 bis 40 Millionen Tonnen CO2. Die jährlichen Ziele wurden bisher erfüllt: Von 1990 bis 1998 wurde bereits eine Reduzierung um etwa 26 Prozent erreicht. Im Jahr 2000 wurde nach ersten Schätzungen bereits die Zielmarke erreicht.

siehe auch: Treibhauseffekt, Umweltschutz und Erdgas


Kokereigas

Kokereigas ist die Sammelbezeichnung für eine komplexe Mischung von gasförmigen Produkten, die bei der Verkokung von Kohle entstehen. Es enthält Wasserstoff, Methan, Stickstoff, Kohlenstoffmonoxid, Kohlendioxid und höhere Kohlenwasserstoffe.

siehe auch: Stadtgas, Erdgas


Kraft-Wärme-Kopplung

Unter Kraft-Wärme-Kopplung versteht man die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einer Anlage, in der Regel in Heizkraftwerken. Die Wärme, die man aus Heizkraftwerken der öffentlichen Elektrizitätsversorgung auskoppelt, wird für die Fernwärmeversorgung (überwiegend zur Raumheizung) genutzt. Die Wärme aus Heizkraftwerken der Industrie wird vor allem als Prozesswärme (für industrielle Fertigungsprozesse) eingesetzt. Der energetische Gesamtwirkungsgrad eines Heizkraftwerkes kann bis zu 85% betragen. In einem Blockheizkraftwerk (BHKW) wird die Kraft-Wärme-Kopplung im kleineren Maßstab durchgeführt.

siehe auch: Wirkungsgrad, Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen, GuD-Kraftwerke


Kraftwerke

dienen zur Erzeugung elektrischer Energie. Wärmekraftwerke besitzen Vorrichtungen zur Wärmefreisetzung aus Brennstoffen wie Stein- und Braunkohle, Erdgas, Heizöl oder Kernbrennstoffen. Über ein damit erhitztes Arbeitsmittel wird eine Turbine angetrieben, die wiederum den stromerzeugenden Generator treibt. Die technisch-physikalisch unumgänglich freiwerdende, nicht mehr nutzbare Wärme wird zumeist über ein Kühlsystem an die Umwelt abgegeben. Wasserkraftwerke nutzen die Wasserkraft über Turbinen, die mit dem stromerzeugenden Generator gekoppelt sind.


Leistung

- auch Last - ist die Arbeit in der Zeiteinheit, gemessen als Momentanwert oder ersatzweise als Mittelwert über eine kurze Zeitspanne, z.B. über 15 Minuten. In der Statistik der Elektrizitätsversorgung wird die Leistung einer Maschine in MW (Megawatt) angegeben. Die verfügbare Leistung ist die zum jeweiligen Zeitpunkt mit Rücksicht auf die jeweiligen technischen und betrieblichen Verhältnisse tatsächlich erreichbare Leistung. Einheit: Kilowatt kW, 1.000 kW = 1 MW


Leitungsnetze

Das gesamte Leitungsnetz der öffentlichen Elektrizitätsversorgung gliedert sich in folgende Spannungsebenen:

  • Niederspannung (bis 1 kV) zur Versorgung der Mehrzahl der Kunden
  • Mittelspannung (1-60 k) zur örtlichen Verteilung und Versorgung größerer Kunden
  • Hochspannung (über 60 kV bis 150 kV, hauptsächlich 110 kV) zur regionalen Verteilung und Versorgung von Großkunden
  • Höchstspannung (220-380 kV) zum überregionalen Stromtransport (Verbundnetz)


Leitungssystem

Leitungssystem nennt man alle technischen Einrichtungen, die zum Transport und zur Verteilung des Erdgases erforderlich sind - insbesondere Rohrleitungen, Verdichterstationen, Mess- und Regelanlagen, Speicher- und Spitzengasanlagen. Die Gesamtlänge der Erdgasnetze, die in West-, Mittel- und Osteuropa miteinander verbunden sind, beträgt etwa 1,5 Millionen Kilometer, in Deutschland sind es rund 365.000 Kilometer.


Liefer- und Abnahmeverträge

Liefer- und Abnahmeverträge sichern langfristig die Erdgasversorgung in Deutschland, die zu rund 80 Prozent auf Importen basiert. Die Verträge haben in der Regel eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahren; nur dann amortisieren sich die Investitionen von Lieferanten und Abnehmern. Zu den langfristigen Verpflichtungen gehört auch die vertragliche Vereinbarung, die Erdgaspreise während der Vertragslaufzeit den Preisen der Konkurrenzenergien anzupassen. Damit ist sichergestellt, dass auf Marktveränderungen flexibel reagiert werden kann. Zudem gewährleisten die langfristig angelegten Liefervereinbarungen eine ausgeglichene Risikoverteilung zwischen Erdgasproduzent und -importeur.

siehe auch: Ölpreisbindung


Luftlinienentfernung

ist die Entfernung zwischen Einspeise- und Entnahmepunkt. Bei mehreren Einspeise- und/oder Entnahmepunkten wird die mittlere Übertragungsentfernung laut Verbändevereinbarung zugrunde gelegt.


M+R-Anlagen

M+R-Anlagen sind Kombinationen aus Messanlagen und Regelanlagen. Sie dienen zur Steuerung und Regelung des Leitungsnetzes und zum Ein- und Verkauf von Erdgas.

siehe auch: Messanlagen, Regelanlagen, Gasbeschaffenheits-Messanlagen


Messanlagen

Messanlagen sind Anlagen im Erdgas-Leitungsystem, in denen der Gasstrom gemessen wird. Die Messung wird mit Gaszählern, die nach unterschiedlichen physikalischen Prinzipien arbeiten, durchgeführt. Man unterscheidet zwischen einfachen Betriebsmessungen, die der Netzsteuerung dienen, und hoch genauen Abrechnungsmessungen.

siehe auch: M+R-Anlagen


Methan

Methan ist ein farb- und geruchloses, nicht giftiges und brennbares Gas, das sich bei der anaeroben Verwesung von tierischen und pflanzlichen Teilen bildet. Methan ist Hauptbestandteil des Erdgases, Begleiter des Erdöls und Teil des Kokerei- und Stadtgases. Es setzt sich aus einem Atom Kohlenstoff und vier Atomen Wasserstoff zusammen (chemische Formel: CH4).

siehe auch: Erdgas, Kokereigas, Stadtgas


Nachhaltige Energiesysteme

Nachhaltige Energiesysteme bewirken geringste Eingriffe in die Umwelt und verwenden die Energieressourcen schonend. Sie sind langfristig verfügbar und erfüllen damit auch die Ansprüche zukünftiger Generationen. Nachhaltige Energiesysteme stellen Energie sicher zur Verfügung und sind offen für zukünftige technische Verbesserungen. Erdgas erfüllt alle genannten Anforderungen.

siehe auch: Erdgas


Naturgas

Naturgas lautete die Bezeichnung für Erdgas zu Beginn des Erdgas-Zeitalters Ende der 50er-Jahre. Nach kurzer Zeit setzte sich der Begriff Erdgas durch.

siehe auch: Erdgas


Netzbelastung

Die Netzbelastung ist die von der Gesamtheit der Verbraucher, die an das Netz eines Energieversorgungsunternehmen bzw. der öffentlichen Elektrizitätsversorgung angeschlossen sind, zu einem bestimmten Zeitpunkt in Anspruch genommenen Leistung.


Netznutzungsentgelt

Das Netznutzungsentgelt ist das vom Kunden an den Netzbetreiber, in diesem Falle E.ON edis, für seinen individuellen Netzzugang je nach Anlagen- oder Netzebene (z.B. 380/220 V) zu zahlende Entgelt.


Netzverluste

Als Netzverluste werden diejenigen Energiemengen bezeichnet, die in Leitungen und Transformatoren verlorengehen. Sie setzen sich zusammen aus Stromwärmeverlusten, den Verlusten infolge der Magnetisierung in den Trafos und den Ableitverlusten. Ebenfalls wird zu den Netzverlusten der Eigenverbrauch der Zähler und Messwandler gerechnet.


Nordseegas

Nordseegas gelangt seit 1977 nach Deutschland. Es trägt heute zu 21 Prozent zum deutschen Erdgasaufkommen bei und ist damit eine bedeutende Säule der Erdgasversorgung.

siehe auch: Erdgasaufkommen, Offshore


Nutzenergie

Als Nutzenergie werden die für die verschiedenen Bedarfszwecke verwendeten Energieformen wie Wärme, Kraft (mechanische Energie) und Licht bezeichnet. Sie werden aus Sekundärenergie vom Verbraucher gewonnen. Die bei der Umwandlung von End- in Nutzenergie entstehenden Umwandlungsverluste betragen oft ein Mehrfaches der Verluste bei der Umwandlung von Primärenergie in Sekundärenergie. So beträgt beim Automobil die aus dem Benzin genutzte Antriebsenergie nur 15% bis 20%.


Odorierungsstoffe

Odorierungsstoffe machen das von Natur aus geruchlose Erdgas riechbar. Sie werden von den örtlichen Gasversorgern beigemischt, sobald sie das Gas aus dem Fernleitungsnetz übernehmen. Dadurch erhält das Gas schon weit unterhalb einer zündfähigen Konzentration einen wahrnehmbaren penetranten Geruch, der frühzeitig auf Undichtigkeiten hinweist.

siehe auch: Erdgas


Offshore

Offshore bezeichnet die Erdgasförderung auf See (engl. shore = Küste). Für die Erdgasversorgung Westeuropas sind vor allem die Offshore-Vorkommen in der britischen, norwegischen, niederländischen und dänischen Nordsee von Bedeutung.

siehe auch: Onshore


Öleinheit

Öleinheit (OE) ist das Maß für den Energiegehalt fossiler Brennstoffe. Normiert wird auf den Heizwert von Rohöl. 1 Kilogramm OE entspricht 42.000 Kilojoule (kJ) oder 11,63 KWh.


Ölpreisbindung

Aus Wettbewerbsgründen orientiert sich der Gaspreis insbesondere an der Preisentwicklung der wichtigsten Konkurrenzenergie, des Heizöls. Zum einen soll diese Ölpreisbindung vor der Marktmacht der wenigen großen Erdgasproduzenten schützen; durch langfristige Liefer- und Abnahmeverträge haben Gasimporteure eine gewichtige Marktposition gegenüber den Lieferländern. Zum anderen ist Heizöl der wichtigste Konkurrent des Erdgases; durch die Ölpreisbindung bleibt Erdgas gegenüber Heizöl stets wettbewerbsfähig.

siehe auch: Liefer- und Abnahmeverträge


Onshore

Onshore bezeichnet die Erdgasförderung an Land (engl. shore = Küste).

siehe auch: Offshore


Pipeline

Pipeline ist das englische Wort für Rohrleitung. Durch meist unterirdisch verlegte Pipelines können Gase, Flüssigkeiten, aber auch feste Stoffe umweltschonend über weite Strecken transportiert werden. Moderne Erdgas-Pipelines überbrücken heute Entfernungen von bis zu 6.000 Kilometern (etwa von Westsibirien bis Westeuropa). Erdgaspipelines werden heute mit Durchmessern von bis zu 1,40 Meter gebaut und betrieben - bei maximalen Betriebsdrücken von bis zu 100 bar für Überland-Pipelines. Offshore-Pipelines, also im Meer verlegte Leitungen, werden geringer dimensioniert (Durchmesser maximal 1,05 Meter). Sie sind jedoch für sehr hohe Drücke (bis zu 200 bar) ausgelegt. Von den Erdgasfeldern in der norwegischen Nordsee zur deutschen Nordseeküste führen die Offshore-Pipeline-Systeme Statpipe, Norpipe, Europipe I und Europipe II.


Porenspeicher

Porenspeicher sind Untertagespeicher aus porösem Gestein, das - ähnlich wie ein Schwamm - Gas in seine Poren aufnimmt. Nach oben müssen Porenspeicher durch eine geschlossene, dichte Gesteinsschicht abgedichtet sein, damit kein Gas ausströmen kann.

siehe auch: Untertagespeicher, Aquifer-Speicher, Kavernenspeicher


Primärenergien

Primärenergien sind Naturprodukte, die ohne Umwandlung als Brennstoffe eingesetzt werden können. Zu ihnen zählen neben den fossilen Energieträgern Erdgas, Mineralöl, Steinkohle und Braunkohle auch Kernbrennstoffe wie Uran und regenerative Energiequellen wie Wasserkraft, Sonne und Wind.

siehe auch: Fossile Energieträger


Primärenergieverbrauch

Der Anteil des Erdgases am Primärenergieverbrauch wird nach allen vorliegenden Prognosen weiter wachsen. 2000 hatte Erdgas daran in Deutschland einen Anteil von 21,1 Prozent, 2020 sollen es bereits 28 Prozent sein. Weltweit lag der Anteil im Jahr 1999 bei 24 Prozent und damit knapp auf Platz drei hinter Öl (41 Prozent) und Kohle (25 Prozent), aber deutlich vor Kernenergie und sonstigen Energieträgern (10 Prozent).


Regelanlagen

Regelanlagen dienen der Steuerung des Erdgasstromes. Sie befinden sich an den Schnittstellen verschiedener Leitungen, Netzteile oder Netze. Ihre Aufgabe ist es, den Durchfluss (Gasvolumen pro Zeiteinheit) und den Gasdruck zu regeln und zu begrenzen.

siehe auch: Gasdruck, M+R-Anlagen


Rohrnetzanalyse

In den Städten werden die Gaskunden meist über weit verzweigte Niederdrucknetze versorgt. Damit in den Leitungen stets ein ausreichender Druck herrscht, werden die Netze mittels Computerprogrammen berechnet und geplant.


Sibirisches Erdgas

Sibirisches Erdgas fließt seit 1978 durch ein rund 5.500 Kilometer langes Leitungssystem nach Deutschland. In Westsibirien liegen die weltweit größten Erdgasvorkommen, 90 Prozent des russischen Erdgases stammen von dort. Russland trägt zu 37 Prozent zum Erdgsaufkommen Deutschlands bei.

siehe auch: Erdgasvorkommen


Sonnenenergie

Die Sonnenenergie entstammt überwiegend Kernfusionsprozessen im Inneren der Sonne. Die terrestrische Sonnenenergienutzung wird erschwert durch geringe Energiedichte und zeitlich stark schwankendes Dargebot. In der Bundesrepublik Deutschland dürfte die unmittelbare Solarenergienutzung zur Stromerzeugung nicht wirtschaftlich sein, dagegen eröffnen sich Möglichkeiten der Niedertemperatur-Wärmeversorgung (Wärmepumpen, Sonnenkollektoren).


Spannungsebene, höchste benutzte

Bei der Berechnung von Entgelten sind zwei Spannungsebenen von Bedeutung: die Entnahmespannungsebene und die höchste benutzte Spannungsebene. Als mögliche höchste benutzte Spannungsebene gibt es die Höchst-, Mittel- und Niederspannung. Die höchste benutzte Spannungsebene ergibt sich wie folgt: Ausgangspunkt für die niedrigste anzusetzende Spannungsebene ist die Entnahmespannungsebene. Wird die Grenzentfernung einer Spannungsebene überschritten, so wird die nächsthöhere Spannungsebene zusätzlich genutzt, bis die Luftlinienentfernung kleiner als die Summe der herangezogenen Grenzentfernungen ist. Liegt die Einspeisespannungsebene über der Entnahmespannungsebene, so ist in jedem Fall - unabhängig von den Grenzentfernungen - der höher liegende Netzbereich einzubeziehen. Liegt die Einspeisestelle außerhalb des Netzgebietes, so ist praktisch immer die Höchstspannung heranzuziehen.


Stadtgas

Stadtgas (Leuchtgas) ist ein Vorläufer des heute verwendeten Erdgases. Es wurde seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts meist in städtischen Gaswerken aus Kohle hergestellt und in Rohren zum Verbraucher geleitet. Es diente anfangs der Straßenbeleuchtung, später zu Koch- und Heizzwecken. 1925 stellten die deutschen Gaswerke 3,2 Milliarden Kubikmeter Stadtgas her.

siehe auch: Erdgas, Kokereigas


Systemdienstleistungen

Unabhängig davon, welcher Stromversorger im Netz von E.ON edis einen Kunden versorgt, muss die E.ON edis AG als Netzbetreiber den sicheren, zuverlässigen und normgerechten Betrieb des gesamten Netzes ermöglichen. Ihre Aufgaben bestehen in der Frequenz- und Spannungshaltung, der Betriebsführung und dem Versorgungswiederaufbau.


Treibhauseffekt

Wasserdampf und atmosphärische Spurengase wie Kohlendioxid, Distickstoffoxid, Methan und Ozon absorbieren die von der Erde reflektierte längerwellige Wärmestrahlung. Hierdurch erwärmt sich die Erde ähnlich wie in einem Treibhaus im Jahresdurchschnitt auf eine Temperatur von etwa 15 Grad Celsius. Zu diesem natürlichen Treibhauseffekt kommt der vom Menschen geschaffene Treibhauseffekt durch zusätzliche Freisetzung von klimawirksamen Gasen. Hauptverursacher des zusätzlichen Treibhauseffekts ist der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). Da Erdgas im Verhältnis 1:4 aus Kohlenstoff und Wasserstoff besteht, bildet es (bei gleichem Energieeinsatz) rund 25 bis 30 Prozent weniger CO2 als Heizöle und 40 bis 50 Prozent weniger als Stein- oder Braunkohle. Wenn Erdgas andere fossile Energieträger ersetzt, liefert es somit einen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen. Gelangt unverbranntes Erdgas in die Atmosphäre, so trägt sein Hauptbestandteil Methan ebenfalls zum Treibhauseffekt bei. Diese Emissionen sind allerdings im Vergleich zu den Methanemissionen aus Abfall- und Landwirtschaft und den vom Menschen verursachten CO2-Emissionen sehr gering. Doch auch wenn man die Methan-Emissionen durch Erdgaseinsatz hinzurechnet, bleibt Erdgas der klimaverträglichste fossile Energieträger.

siehe auch: Methan


Umweltschutz und Erdgas

Erdgas ist auf Grund seiner günstigen chemischen Eigenschaften der umweltschonendste fossile Energieträger. Im Gegensatz zu anderen fossilen Brennstoffen spielen Schadstoffe bei Erdgasfeuerungen keine nennenswerte Rolle. Ein Schadstoff, der bei der Verbrennung aller fossilen Brennstoffe auftritt, ist das thermische Stickstoffoxid (NOX). Es entsteht durch die Verbindung von Stickstoff und Sauerstoff aus der Verbrennungsluft. Die Gaswirtschaft und Brenner- und Gerätehersteller haben in den vergangenen 15 Jahren Brenner entwickelt, die Erdgas mit besonders geringen Emissionen von Stickstoffoxid verbrennen.

siehe auch: Fossile Energieträger, Erdgasfahrzeuge, Klimaschutzerklärung, Treibhauseffekt


Untertagespeicher

Untertagespeicher dienen dem Ausgleich von jahreszeitlich bedingten Verbrauchsschwankungen. In Deutschland wird Erdgas in 41 Untertagespeichern mit einer Kapazität von rund 18,4 Milliarden Kubikmetern gelagert. Man unterscheidet im Wesentlichen Porenspeicher und Kavernenspeicher. Sie liegen Hunderte von Metern unter der Erdoberfläche, in Deutschland in Tiefen bis 2.900 Meter.

siehe auch: Porenspeicher, Kavernenspeicher


Upstream

Upstream bezeichnet Tätigkeiten in der Erdgasförderung.

siehe auch: Erdgasförderung, Downstream


Verbändevereinbarung

Für das Funktionieren eines Marktes muss es "Spielregeln" geben. Der Gesetzgeber hat den Marktpartnern ermöglicht, diese "Spielregeln" gemeinsam zu erarbeiten. Die wichtigsten Interessenverbände der Marktteilnehmer haben in langen Verhandlungen die "Spielregeln" aufgestellt und sie unter den Bergriff "Verbändevereinbarung" zusammengestellt.


Verdichterstationen

Verdichterstationen (Kompressorstationen) gleichen in Gastransportsystemen den Gasdruck aus, der bei zunehmender Entfernung durch Reibung und Entnahme von Erdgas sinkt. Die Abstände zwischen Verdichterstationen an den Transportleitungen betragen in der Regel 100 bis 250 Kilometer. Auch auf Untertagespeichern werden Verdichterstationen betrieben, um das Erdgas mit hohem Druck in den Speicher einzupressen oder bei Bedarf aus dem Speicher in die Pipeline zu komprimieren. Die Antriebsenergie Erdgas wird direkt aus dem Leitungssystem entnommen.

siehe auch: Gasdruck


Vormischtechnik

Vormischtechnik vermeidet, dass bei der Verbrennung von Erdgas lokal überhöhte Temperaturen entstehen, durch die vermehrt Stickstoffoxid (NOX) gebildet wird. Dazu wird das Gas in einer Mischeinrichtung vor dem Verbrennen mit einer bestimmten Menge Luft vermischt.


Wärmeversorgung

Der Bereich der Wärmeversorgung - also der Raumheizung, Warmwasserbereitung und der industriellen Prozesswärmeversorgung - ist in der Bundesrepublik Deutschland stark vom Öl und Gas abhängig. Zur Ölsubstitution bietet sich der verstärkte Einsatz leitungsgebundener Energieträger (Gas, Strom, Fernwärme) an. Die elektrische Energie bietet für eine Reihe von Wärmeprozessen in der Industrie auch primärenergetische Vorteile. In der Raumwärmeversorgung kann durch Wärme aus Kraftwerken (die energetisch vorteilhafte Kraft-Wärme-Kopplung und der direkte Einsatz von Strom in Speicherheizungen und Wärmepumpen-Anlagen) die reichlich vorhandene Kohle genutzt werden, um den wertvollen und langfristig knappen Energierohstoff Öl zu schonen.


Wasserkraft

Die Energie des Wassers wird in Laufwasserwerken an Flüssen und durch Speicherwasserwerke zur Stromerzeugung genutzt. Weltweit bestehen noch erhebliche Ausbaumöglichkeiten; dagegen sind die wirtschaftlich nutzbaren Wasserkräfte in der Bundesrepublik Deutschland bereits ausgebaut.


Wirkungsgrad

ist ein Maß für die Wirksamkeit eines Energieumwandlungsprozesses und ein Kennzeichen für die technische Güte einer Maschine oder Anlage. Der Wirkungsgrad wird bestimmt durch das Verhältnis von abgegebener Leistung (bzw. Arbeit) zu aufgenommener Leistung (bzw. Arbeit) und wird angegeben in Prozent. In der Energietechnik ist Eta das Symbol für den Wirkungsgrad.