Genießen Sie die Gastfreundschaft und kulturelle Vielfalt in Brandenburg. Auf diesen Seiten finden Sie einige Veranstaltungs-Highlights für das Jahr 2008.

Nicht ganz JWD

Stolpe. Eine der vor allem historisch interessantesten Stationen auf der 215 Kilometer langen "Deutschen Tonstraße" ist Stolpe, das lange Jahre als Berliner Stadtgut geführt wurde und sich erst am 24. März vor vier Jahren in einer Abstimmung dazu entschloss, ein Ortsteil von Hohen Neuendorf zu werden. Der Ort ist zwischen der A111, der B96 und dem nördlichen Berliner Ring gelegen. Einstmals war hier eine Ziegelei ansässig, die das Baumaterial für das Oranienburger Schloss lieferte. Das Dorf Stolpe gehört zu den ältesten im Land Brandenburg und ist eines der wenigen Angerdörfer, dessen ursprüngliche Struktur noch erkennbar ist. Um 1230, unmittelbar nach der Inbesitznahme des Barnim durch die Askanier, wurde Stolpe anstelle einer slawischen Siedlung angelegt. Die mittelalterliche Kolonisierung brachte das Christentum nach Stolpe. Die erste Kirche entstand 1250 aus Feldsteinen in traditioneller Bauweise. Sie war ein einfacher rechteckiger Bau, einer der ältesten in Brandenburg.
Später wurden an der Kirche mehrfach Veränderungen vorgenommen. Bei den Fenstern blieb die gotische Form erhalten. Im mittleren Altarfenster sind zwei kreisrunde Medaillons, mit wertvoller Glasmalerei versehen, aus dem Jahre 1649 eingelassen. Die Bauzeit des alten Kirchturms ist nicht überliefert, aber 1823 erhielt die Kirche einen neuen Turm. Vorbild war der barocke Turm der Parochialkirche in Berlin, der im letzten Krieg zerstört wurde.
Fast 300 Jahre gehörte der Ort der Familie von Hoppenrade, die aber im 30-jährigen Krieg ausgelöscht wurde. Deshalb fielen Dorf und Gut 1648 an den Großen Kurfürsten, der es 1654 an seine Gemahlin Louise Henriette von Brandenburg verschenkte. Danach wechselte das Gut mehrfach die Besitzer, 1937 wurde es an die Stadt Berlin verkauft. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass Stolpe nach dem 2. Weltkrieg zunächst zur französischen Besatzungszone gehörte, ehe es über einen Gebietstausch an die sowjetische Zone fiel. Ein Gang durch das alte Dorf mit seinen schattenspendenden Bäumen sowie ein Besuch der örtlichen Gasthäuser kann nur empfohlen werden. An schönen Sommertagen wird Stolpe für viele Berliner zum Familienausflugsziel. Das hat Tradition. Mit dem Bau der Nordbahn entstand eine Station Stolpe, allerdings in Hohen Neuendorf. Zwei Gasthäuser und ein Kolonialwarenhändler sorgten für die nötige Verpflegung.

Information:
Tourismusverband Ruppiner Land e.V.
Fischbänkenstr. 8, 16816 Neuruppin
Tel. (03391) 65 96 30
www.ruppinerreiseland.de

Anreise mit dem Auto: A111 Abf. Stolpe
Anreise mit der Bahn: Ab Berlin S1 bis Hohen Neuendorf, dann Bus 809

Die Veranstaltungen werden präsentiert in Zusammenarbeit mit: