Neustrelitz 09.02. Im Roman "Kleiner Mann, was nun?" von Hans Fallada findet man sich zurückversetzt in das Deutschland der Weltwirtschaftskrise. Die szenische Interpretation von Alexander Stillmark feiert heute um 19.30 Uhr im Landestheater Neustrelitz Premiere. Lämmchen, eine sanfte und liebevolle Frau muss mit ansehen, wie ihr Ehemann Johannes Pinneberg an seiner Arbeitslosigkeit verzweifelt und nimmt kurzerhand sein Leben in die Hand. Sie will mit beherzter Tatkraft und Güte ihre Liebe gegen die wirtschaftliche Not und die unfriedliche Welt verteidigen. Das Stück spiegelt das Leben der wahren Helden der damaligen Zeit wider: hart Arbeitende, Glücksuchende, Angestellte und Arbeitslose, die um ihren Platz und Daseinsberechtigung im Deutschland Ende der 1920er Jahre kämpfen.
Informationen:
Landestheater Neustrelitz
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 14
17235 Neustrelitz
Tel. (03981) 27 70
www.theater-und-orchester.de
Anreise mit dem Auto: A10 Abf. Oranienburg, B96, B193 folgen
Neustrelitz. Vom 14. Juni bis zum 22. August ist im ohnehin mehr als sehenswerten Neustrelitz wieder Festspielzeit. Seit vielen Jahren haben sich hier ein Team und ein Ensemble zusammengefunden, die sich leichte Unterhaltung unter freiem Himmel, bei höchstem Niveau, auf die Fahne geschrieben haben. In 2008 ist die Paul-Lincke-Operette "Frau Luna" die neue Hauptinszenierung. "Das ist die Berliner Luft" ist wohl ihr bekanntester Hit. Die Operette selbst ist das berlinerischste Stück des Brandenburgers Paul Lincke aus Wittenberge.
Waren. Der mittelalterlich anmutende Name Müritzeum steht für das Informations- und Naturerlebniszentrum für den Müritz-Nationalpark und die Mecklenburgische Seenplatte. In einem imposanten Neubau begrüßt das erst im August 2007 eröffnete Erlebniszentrum Naturinteressierte und Begeisterte. Für Aquarianer ist besonders das mit 100.000 Litern Wasser gefüllte Aquarium interessant. Es ist das größte in Deutschland und gewährt Einblicke in die heimische Flora und Fauna. In insgesamt 25 Wassertanks werden fast alle heimischen Arten Mecklenburgs gezeigt. Die Ausstellung im Aquarienbereich lädt dazu ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Dokumentarisch und auch für kleine Gäste verständlich, wird die Geschichte und Entstehung der Mecklenburgischen Seenplatte behandelt. Wechselnde Ausstellungen zu Heil- und Giftpflanzen, sowie Kinderprogramme komplettieren den Besuch in diesem etwas anderen Erlebnismuseum.
Informationen:
Müritzeum
Zur Steinmole 1, 17192 Waren (Müritz)
Tel. (03991) 63 36 80
www.mueritzeum.de
Anreise mit dem Auto: A10, A24, A19 Abf. Röbel/Müritz, B198 i.R. Sietow, weiter i.R. Waren
Penemünde. In der Ortschaft Peenemünde auf der Insel Usedom ist ein spannendes Stück russischer Militärgeschichte ausgestellt. Es handelt sich um das konventionell mit Dieselkraftstoff angetriebene Unterwasserboot U-461. Zum Ende der fünfziger Jahre entwickelte die Sowjetunion eine Reihe von U-Booten der Juliett-Klasse. Sie waren als Gegenwaffe zu westlichen und amerikanischen Schiffen, vor allem Flugzeugträgern, konzipiert worden. Insgesamt sollten 72 Unterwasserboote vom Stapel laufen, letztlich wurden es jedoch nur 16, weil die Juliett-Klasse im Vergleich zu nukleargetriebenen U-Booten nicht konkurrenzfähig war und deshalb ihre Produktion eingestellt wurde. Im Dezember des Jahres 1962 kam die U-461 erstmals in Kontakt mit Wasser. Das U-Boot insgesamt 100 Meter lang und wiegt 4000 Tonnen. Fast zeitgleich mit den erfolgreichen Unabhängigkeitsbestrebungen der baltischen Staaten von der Sowjetunion wurde ein überwiegender Teil der Ostseeboote außer Dienst gestellt. Zwei demilitarisierte Juliett-Boote sind im Jahr 1994 verkauft beziehungsweise verpachtet worden. Die U-461 kam über Umwege im Dezember des Jahres 1998 unter der Leitung von Herrn Thomas Lamla mit zwei Schleppern nach Deutschland und liegt seitdem in Peenemünde auf Usedom. Das Unterwasserboot ist nun ganzjährig am Pier des ehemaligen Marinestützpunktes der 1. Flottille zu besichtigen. Im Boot, welches Teil der Sowjetischen Seekriegsflotte war, erwarten den Besucher interessante Einblicke in das Leben auf einem russischen U-Boot. Dass früher bis zu 80 Mann Besatzung auf so engem Raum arbeiteten und lebten, ist für heutige Verhältnisse nur schwer vorstellbar. Ein umfangreiches Phonetiksystem ist in jeder Sektion installiert. Es werden Torpedoabschüsse, Motoren- und Funkgeräusche nachgestellt. Täglich wird in der Zentrale täuschend echt das Szenario eines Torpedoangriffes simuliert. Das Museum kann man täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigen. Erwachsene zahlen 5,50 Euro, für Familien und große Gruppen gibt es Vergünstigungen. Die Ortschaft Peenemünde ist reich an Museen. Im Kraftwerk informiert heutzutage das Historisch-Technische Informationszentrum in einer umfassenden Ausstellung unter anderem über die wechselhafte Geschichte des Ortes und seiner Umgebung. Dort wird auch über eine der folgenreichsten technischen Leistungen des vergangenen Jahrhunderts berichtet: Der gelungene Start der ersten Fernrakete der Welt in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde besiegelte am 03. Oktober 1942 einen der spektakulärsten, aber auch gefährlichsten technischen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts.
Informationen:
Maritim Museum Peenemünde, Haupthafen
17449 Peenemünde
Tel. (038371) 28 565
www.peenemünde.de
Anreise mit dem Auto: A10, A20 i.R. Prenzlau/Stralsund bis AS Gützkow, B111 i.R. Wolgast/Zinnowitz, L284 i.R Trassenheide/Peenemünde
Sassnitz. Im Nationalpark Jasmund gehört der Königsstuhl zu den beliebtesten
Ausflugszielen. Der Blick in die Tiefe von den 119 Meter hohen, zerklüfteten
Kreidefelsen ist beeindruckend. Nicht zuletzt deshalb waren die Kreidefelsen
in diesem Gebiet auch Modell für Zeichnungen und Gemälde des berühmten
Caspar David Friedrich. Lässt das Wetter nur kürzere Spaziergänge zu, ist
das Besucherzentrum des Nationalparks zu empfehlen. Die Besucher finden
eine einmalige, 2.000 Quadratmeter große Ausstellung, die auf vier Etagen
die Geheimnisse des Nationalparks Jasmund enthüllt. Auf einer Zeitreise
warten viele spannende Exponate zum Anfassen und Ausprobieren, die auch
ungeahnte Einblicke in die Urgeschichte gewähren. Öffnungszeiten: täglich
von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 6 Euro, Kinder 3 Euro, Familien 12 Euro.
Informationen: Nationalpark-Zentrum Königsstuhl Sassnitz gGmbH,
Stubbenkammer 2, 18546 Sassnitz, Tel. (038392) 66 17 0, www.koenigsstuhl.com